Jahresberichte
Jahresbericht 2008
Der Jahresbericht erfolgt in Kurzform als Zusammenfassung der Sitzungen des Jahres 2008:
25. Feber 08 Nardins:
Beschluss: 2008 keine Versteigerung
Vortrag von Benjamin und Thomas über Ihre Reise nach Laba 2007, schenkten uns eine tolle Statue für die nächste Versteigerung.
28. April bei Volker Fischbach:
Alexander Ober berichtete über seine erste Burkinareise und die Gründung von Projekt Laba Beschluss über die Neuanschaffung eines gebrauchten Bulldozers um 8000.-€
26. Mai bei Axel Schmut:
Beschluss über Erstellung einer neuen Homepage unter der domaine www.laba.at. Die Finanzierung und laufenden Kosten derselben tragen die Vereinsmitglieder, die IT-Arbeit übernimmt Michael Schmut gratis
01. Juli bei Handles:
Generalversammlung:
Rechnungsbericht (bisher wurde Projekte im Gesamtbetrag von 118.900€ finanziert, unser aktueller Kontostand liegt bei 13.600€); es folgte Entlastung des Kassiers/Stellvertreters, Wahl des Präsidenten (Alexander Ober), Vizepräsidenten (Rainer Biedermann), Wahl des Kassiers (Stefan Nardin), Kassierstellvertreters (Volker Fischbach), Wahl der Schriftführerin (Erika Trinka), Schriftführerstellvertreters (Stefan Krall), 5 Beiräte laut Statuten (Martina Handle, Sandra Nardin, Monika Mattesich, Axel Schmut, Gerhart Handle). Im Vorstand weiters Bettina Schmalzl, Rainer Vetter und Eugen Trinka.
Verschiedenes:
Neues Mitglied: Wilfried Kraxner
Spende der FA Chemosan (Sterile Spritzen und Nadeln) – wurde privat von Monika und Rainer zu unserer Partnergruppe in Brixen gebracht, von wo sie in einem Container in das Krankenhaus nach Laba kommt.
28.07. bei Stefan Krall:
Besprechung des „friends of Laba“ Festes, das von den Vereinsmitgliedern getragen wird und den Sponsoren von Laba zugute kommen soll.
25.08. bei Alexander Ober:
Besprechung des „friends of Laba“ Festes
08.09. im Riese Haymon mit Dani Bationo:
Dr. Bationo berichtete über den Stand der Dinge in Burkina und stellte ein neues Projekt vor: die Hydroponie, eine Methode zur effektvollen und kostengünstigen Herstellung von pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem Gemüse. Zur Zeit finden in Laba Versuchsreihen statt, um die optimale Konfiguration des Systems zu ermitteln. Anschließend ist eine schnelle Verbreitung des gewonnenen Wissens in Ländern der dritten Welt geplant (z.B. per Internet), um einem patentrechtlichen Schutz der Idee der Hydroponie zuvor zukommen. In diesem Zusammenhang bittet Dani um unsere Unterstützung der Reise und des Aufenthaltes dreier Wissenschaftler der Universität Bologna, die helfen sollen, das System weiter zu entwickeln. Kostenpunkt 5000.-€. Die Finanzierung dieses Aufenthaltes wurde im Anschluss dem Verein vorgeschlagen und dieser stimmte dem Vorhaben zu.
Da der von uns finanzierte Bulldozer nicht mehr reparabel war, wurde statt dessen ein gebrauchtes Gerät angeschafft und so unsere Unterstützung in unserem Sinne verwendet.
Kevin Rostasy war ebenfalls anwesend, er interessiert sich für unser Projekt und wird sich in diesem Zusammenhang bemühen, einen von IPOCRATES geförderten Wissensaustausch in Form eines kleinen Kongresses in Burkina Faso in die Welt zu rufen.
Mittlerweile ist in Laba neben dem Augenzentrum ein repräsentatives Zahnambulatorium entstanden. Nun benötigen wir für dieses noch eine Ausbildung des Personals. Rainer bemüht sich um einen Vortrag an der Innsbrucker Zahnklinik, um ev. Interessierte zu finden, die bereit wären in Laba zu unterrichten. Dani bittet um Unterstützung eines Aufenthaltes einer MTA in Mailand, für eine vertiefte Ausbildung (damit ev. unser drittes Projekt).
18.09. Friends of Laba Fest bei Handles:
Im Rahmen eines überaus erfolgreichen und netten Abends wird die Gruppe und das Hydroponieprojekt den anwesenden Förderern präsentiert und auch auf die Möglichkeit Mitglied zu werden aufmerksam gemacht. Es war ein toller Abend, danke an die Familie Handle im Namen von Projekt Laba!
27.10. bei Trinkas:
Bericht IPOCRATES-Projekt (Kevin): Prinzip der Kompetenzweitergabe; im Rahmen eines oder mehrer Seminare werden von Spezialisten Kenntnisse an Interessierte weitergegeben. Dies wäre in angepasster Form auch für LABA interessant (Ausbildungsprogramm), finanziert wird es von den teilnehmenden Personen, (Anreise in das Dorf, die Stadt, Verpflegung....) der Vortragende erhält die Reisekosten und Spesen, ansonsten kein Honorar.
Finanzbericht 2008
| Mitgiedsbeiträge: | EUR 2.010,81 |
Spenden: | EUR 2.457,70 |
Ausgaben: • EUR 8.049 Reparatur Schutzwälle | EUR 13.449,00 |
| Bank (Zinsen-Spesen): | EUR 20,78 |
Finanzbericht 2007
| Mitgliedsbeiträge: | EUR 1.190,81 |
| Spenden: | EUR 17.145,85 |
| Ausgaben: • EUR 8.543,25 Wiederaufbau Gebäude Berufsschule in Laba • EUR 400 Unterstützung Aufenthalt Mediziner in Laba (1. Hälfte) • EUR 1.758 Catering Versteigerung | EUR 10.701,25 |
| Bank (Zinsen-Spesen): | EUR 11,25 |
Finanzbericht 2006
| Mitgliedsbeiträge: | EUR 1.170,81 |
| Spenden: | EUR 1.684,36 |
| Ausgaben: (Barauslagen Versteigerung 2005) | EUR 60,00 |
| Bank (Zinsen-Spesen): | EUR - 11,01 |
JAHRESBERICHT 1995
1. TÄTIGKEITSBERICHT 1995
1.1. Container
1.2. Jahresprojekt
1.3. Öffentlichkeitsarbeit
1.4. Veranstaltungen
1.5. Kassabericht
1.6. Besuch vor Ort
1.7. Organisation von PROJEKT LABA
1.8. Medikamente
1.9. Bibliothek Laba
1.10. Bibliothek Innsbruck
2. VORSCHAU 1996
1. TÄTIGKEITSBERICHT 1995
1.1. Container
Mitte Mai beluden wir unseren ersten Container mit Hilfsgütern; zu großem Dank verpflichtet sind wir der Speditionsfirma „GEBRÜDER WEISS“, deren fähige Mitarbeiter sehr rasch diesen schwierigen Transport organisieren konnten, und das auch noch zu einem mehr als fairen Preis (113.000 ATS). Das klingt vielleicht gar nicht so kostengünstig, man darf aber nicht vergessen, daß die westafrikanische Wirtschaft (vor allem in Staaten, die wie Burkina Faso keinen Zugang zum Meer haben) bei weitem nicht so „entwickelt“ ist wie z.B. in Europa, und es dementsprechend auch viel weniger und damit nur teure Transportmöglichkeiten gibt.
Viele der benötigten Güter sind in Burkina Faso absolute Mangelware, und können im Land selbst - wenn überhaupt - nur unter großem finanziellen Aufwand beschafft werden. Deshalb beträgt der Wert der geschickten Güter ein Vielfaches der Transportkosten.
Anfang Juli erreichte der Container problemlos Laba. Vom unversehrten Eintreffen und der bereits zum größten Teil vollzogenen Verteilung vor allem der Medikamente, Samen und Werkzeuge konnten sich unsere Mitglieder Rainer Biedermann und Veronika Stemberger persönlich bei ihrem Aufenthalt in Laba überzeugen. Sie berichten darüber in einem eigenen Kapitel der Infomappe. (Neuigkeiten aus Burkina Faso - ein Kurzbericht). Eigentlich hätte dieser Container bereits um einiges früher verschickt werden sollen, aber die kleinchirurgischen Instrumente, die uns für Januar zugesichert worden waren, ließen leider länger auf sich warten.
1.2. Jahresprojekt
Wie bereits im Kapitel C.I.I.E.R.A.D. beschrieben, besteht ein Teilbereich des Programmes der C.I.I.E.R.A.D. (hier in Zusammenarbeit mit der AB/EPE-Association Burkinabe l’enfant pour l’enfant) darin, „Baumschulen“ aufzubauen. Für 11 Schulen konnten wir die entsprechende Infrastruktur finanzieren. Pro Schule mußten 200 x 1.5 m Maschendraht, 50 Stück 1.5 m hohe Metallpfosten, 2 Gießkannen (Metall) und 2 Eimer angekauft werden. Das dafür benötigte Geld (92.280 ATS) wurde der C.I.I.E.R.A.D. vor Ort von Rainer Biedermann und Veronika Stemberger übergeben, um den relativ kostenintensiven und langwierigen Bankweg zu umgehen.
1.3. Öffentlichkeitsarbeit
Wie schon im ersten Jahr unseres Bestehens legen wir weiterhin großen Wert darauf, unsere Mitglieder, Gönner und auch alle sonst an unserem Projekt Interessierten über unsere Arbeit hier in Österreich, vor allem aber über die in Burkina Faso geleistete Arbeit zu informieren. Nicht umsonst wird die vorliegende Infomappe weiterhin mit immer neuen Berichten vervollständigt.
Weil wir die Infomappe leider nicht jedem Interessierten in die Hand drücken können, wurde es nötig, einen Folder (von unserem Peter Mayer) entwerfen und drucken zu lassen. Er hat uns bereits bei verschiedenen Veranstaltungen und Vorträgen gute Dienste erwiesen.
Immer noch besteht die Möglichkeit, bei unseren Vorstandssitzungen dabei zu sein, um sich ein Bild von unserer Arbeit machen zu können; selbstverständlich sind alle dazu eingeladen, Vorschläge zu machen und auch eventuelle Kritik zu üben.
Leider haben wir es dieses Jahr verabsäumt, ein Treffen mit allen an uns Interessierten zu organisieren, wie es im Jahr `94 in Form eines Grillfestes stattfand. Wir haben die Wichtigkeit eines solchen ungezwungenen Beisammenseins unterschätzt, sind aber in der Zwischenzeit durch einige Vorschläge in dieser Richtung eines Besseren belehrt worden. Deshalb haben wir uns auch gleich entschlossen, dies zu ändern. (siehe Vorschau 1996)
Auch die Kontakte zu anderen Gruppen werden weiterhin gepflegt. Wir treten entweder direkt oder bei verschiedenen Veranstaltungen (z.B. Tiroler Nord-Süd-Enquete) mit ihnen in Kontakt. Vor allem durch unser Mitwirken am „Sura za Afrika Festival 96“ haben wir dazu viel Gelegenheit bekommen (SuraZa Afrika Festival: siehe Vorschau 1996).
Vor nicht allzu langer Zeit haben wir zusammen mit Vertretern von CARITAS, AFROASIATISCHEM INSTITUT und FORUM AFRIKA einen „3. Welt Stammtisch“ ins Leben gerufen. Inzwischen haben auch schon andere Gruppen ihr Interesse daran bekundet (WEKEF, KATHOLISCHE JUGEND und andere); wer Interesse daran hat, möge sich bitte bei uns melden. Oberstes Ziel dieser Aktion sollte sein, miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten; dabei geht es vorerst gar nicht so sehr um gemeinsame publikumswirksame Aktivitäten, sondern vielmehr darum, eine Basis für gute Zusammenarbeit zu schaffen.
Im abgelaufenen Jahr waren wir wieder bei einigen Vereinen und Organisationen zu Gast, wobei wir die Gelegenheit hatten, unser Wirken mittels Diavorträgen vorzustellen. Dabei konnten wir einige neue Mitglieder gewinnen (vor allem beim „Treffpunkt Klinikpersonal“).
Ebenfalls konnten wir uns über ein paar großzügige Geldspenden freuen; ich möchte hier die Gelegenheit nützen, uns bei den Damen des Zonta-Clubs Innsbruck-Tyrol zu bedanken, die uns auch im letzten Jahr kräftig unterstützt haben. Vielen Dank auch den Schülern, Eltern und dem Lehrer Bruno Öttl der Klasse 1a der Übungsvolksschule Zams für ihre Spende. Auch der Selbstbesteuerungsgruppe der KJ Innsbruck, die uns mit 10.000 ATS unterstützte, sind wir zu großem Dank verpflichtet; ein Artikel über uns, erschienen im „David“, der Zeitung der Katholischen Jugend Tirol, verfaßt von Hannes Eller, einem ihrer Mitglieder, liegt der Infomappe bei.
Wie schon im ersten Jahr unseres Bestehens hielten wir eine Reihe von Diavorträgen in einem kleineren Rahmen, hauptsächlich in unserer Innsbrucker „Vereinswohnung“. Sie werden vor allem für jene organisiert, die durch Folder oder andere unserer Veranstaltungen auf uns aufmerksam geworden sind und sich nun ein genaueres Bild von unserer, vor allem aber der Arbeit in Burkina Faso, machen wollen.
1.4. Veranstaltungen:
Um nicht nur von Spenden und Mitgliedsbeiträgen abhängig zu sein, haben wir im abgelaufenen Jahr folgende Veranstaltungen organisiert:
After easter happening: Am 29.04.`95 organisierten wir im Schloß Büchsenhausen ein großes Fest. Aufgrund der idealen Räumlichkeiten, des guten Mottos und nicht zuletzt durch die fabelhafte Organisation von Volker Fischbach wurde es zu einem großen Erfolg; es brachte uns einen Reingewinn von 46.029 ATS.
Landecker Stadtfest: Wir bekamen - von Gudrun Neurauter und Christian Stampfer organisiert - im Rahmen des Landecker Stadtfestes am 29.7.1995 einen eigenen Stand, der uns einen Erlös 13.300 ATS bescherte.
1.5. Kassabericht
Unser Kassier Stefan Nardin, dem ich an dieser Stelle ein großes Lob aussprechen möchte, führt schon seit Beginn 2 Konten, ein Spenden- und ein Beitragskonto; auf das Beitragskonto werden die jährlichen und monatlichen Mitgliedsbeiträge eingezahlt, während alle anderen Einnahmen (Spenden, Erlöse aus verschiedenen Veranstaltungen) auf das Spendenkonto fließen. Der besseren Übersicht wegen führe ich im folgenden Kassabericht beide Konten zusammen an.
Drei Bitten unseres Kassiers möchte ich noch anführen: Einige Mitglieder haben ihren Beitrag für das Jahr 1996 noch nicht eingezahlt: wir würden Sie bitten - sofern Sie uns und damit die Menschen in Burkina Faso weiterhin unterstützen wollen - den Betrag von 1.200 ATS zu begleichen. Weiters möchten wir Sie bitten, wenn es Ihnen möglich ist, den Mitgliedsbeitrag nicht mehr monatlich (also 100 ATS im Monat mittels Überweisungsauftrag), sondern jährlich (1.200 ATS im Ganzen) einzuzahlen. Es kommt manchmal vor, daß ein Mitglied seinen Mitgliedsbeitrag versehentlich auf das Spendenkonto bzw. eine Spende auf das Beitragskonto einzahlt, was neben etwas Verwirrung auch mit Arbeitsaufwand (Umbuchungen) verbunden ist. Ich darf Ihnen nochmals unsere beiden Kontonummern in Erinnerung rufen:
Beitragskonto Nr. 100 277 859; Blz.: 16 000 für Mitgliedsbeiträge
Spendenkonto Nr. 100 280 140; Blz.: 16 000 für Spenden
BERICHT VOM 01.01.1995 BIS 31.12.1995
Achtung: Der letztjährige offizielle Kassabericht (erschienen im Jahresbericht 1994) beinhaltet den Zeitraum vom 01.01.1994 bis Anfang März 1995. Deshalb kommen im diesjährigen Kassabericht einige Wiederholungen vor. Nur der Einfachheit halber wähle ich eine Zeitspanne von genau einem Jahr; im offiziellen Kassabericht, der bei der Generalversammlung nach Überprüfung von 2 Rechnungsprüfern vorgelegt werden wird, umfaßt der Bericht wie vorgeschrieben die Zeit vom 10.03.1995 bis 31.12.1995.
Einnahmen gesamt: 204.333 ATS
Mitgliedsbeiträge: 49.600 ATS
jährliche Einzahlung: 21.500 ATS
monatliche Einzahlung: 28.100 ATS
Spenden: 95.404 ATS
katholische Männerbewegung Laakirchen: 30.000 ATS
Zonta - Club Innsbruck - Tyrol: 20.000 ATS
Selbstbesteuerungsgruppe der KJ: 10.000 ATS
Jimmy’s: 4.308 ATS
1a der Übungsvolksschule Zams: 4.035 ATS
sonstige Spenden: 27.061 ATS
Erträge aus Veranstaltungen: 59.329 ATS
Fest Schloß Büchsenhausen: 46.029 ATS
Stand am Landecker Stadtfest: 13.300 ATS
Ausgaben gesamt: 244.645 ATS
Jahresprojekt („Baumschulen“): 92.280 ATS
Container: 113.000 ATS
kleinchirurgische Instrumente: 28.519 ATS*
sonstige Spesen: 10.846 ATS
*im letzten Jahresbericht waren es noch 29.664 ATS; aufgrund der langen Lieferzeit bekamen wir jedoch eine zusätzliche Ermäßigung.
Saldo
01.01.1995: 93.322
31.12.1995: 53.010
Aus dem obigen Saldo ist ersichtlich, daß wir im abgelaufenen Jahr um 40.312 ATS mehr ausgegeben als eingenommen haben.
1.6. Besuch vor Ort
Wie bereits erwähnt, hatten im Sommer unsere Mitglieder Rainer Biedermann und Veronika Stemberger die Gelegenheit, sich ein Bild der C.I.I.E.R.A.D. und ihrer Strukturen zu machen. Sie berichten in einem eigenen Kapitel darüber: Neuigkeiten aus Burkina Faso - ein Kurzbericht.
1.7. Organisation von PROJEKT LABA
Am 20.03.95 fand unsere jährliche Generalversammlung statt. Ich möchte jedoch hier an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, sondern verweise auf das beiliegende Protokoll.
Inzwischen ist es auch wieder notwendig geworden, unseren Verein den vielen neu hinzugekommenen Aufgaben anzupassen. Unsere bisherige, nicht stur den Statuten entsprechende Arbeitsaufteilung hat sich sehr bewährt. Das Problem dabei war aber, daß einige Gruppen in Arbeit zu ersticken drohten, während andere mehr oder weniger arbeitslos waren. Wir mußten erkennen, daß wir als kleiner, von Geld- und Sachspenden abhängiger Verein uns den jeweiligen Gegebenheiten besser anpassen müssen. Wir können zwar unsere größeren Aktivitäten, wie z.B. die Organisation eines Festes, vorausplanen, aber ein guter Teil unserer Arbeit fällt kurzfristig an. So haben wir unsere - teils auch neu hinzugekommenen - Aufgabengebiete neu festgelegt.
LAGERORGANISATION: Bettina Schmalzl, Thomas Schaubschläger
VERSAND VON CONTAINERN: Peter Mayr, Stefan Krall
MEDIKAMENTE: * Rainer Biedermann, Thomas Schaubschläger, Erika Dilitz, Volker Fischbach
WERKZEUG: * Christian Stampfer, Peter Mayer
SCHULARTIKEL: * Gudrun Neurauter
* Diese Gruppen beinhalten die komplette Bearbeitung, d.h.: Kontaktaufnahme, Weiterbetreuung, Abholung, Sortieren, eventuelle Reparaturen, Registrierung.
FINANZEN:
Finanzverwaltung: Stefan Nardin
Finanzprüfung: Stefan Krall, weiters eine externe Person
MITGLIEDERBETREUUNG:
Vorträge: Alexander Ober, Thomas Schaubschläger, Rainer Biedermann
Infomappe: Alexander Ober, Peter Mayer
VEREINSINTERNES:
Sitzungseinladungen: Alexander Ober, Bettina Schmalzl, Stefan Krall
Sitzungsprotokolle: Stefan Krall, Bettina Schmalzl, Alexander Ober
Generalversammlung: Peter Mayr, Bettina Schmalzl, Stefan Krall
Adressendatei: Stefan Kastner, Christian Stampfer
Brief (neu)- und Bierkassa Rainer Biedermann
KOPIEREN (v.a. Infomappe): Christian Stampfer
C.I.I.E.R.A.D.:
Übersetzungen: Gudrun Neurauter
Dokumentation: Gudrun Neurauter
Informationsaustausch: Alexander Ober, Rainer Biedermann
KORRESPONDENZ, soweit sie nicht in den einzelnen Gruppen bereits erledigt ist:
Presse: Stefan Krall, Peter Mayer, Bettina Schmalzl, Gudrun Neurauter
andere Gruppen: Alexander Ober, Bettina Schmalzl
Dankesbriefe: Bettina Schmalzl, Gudrun Neurauter
Weihnachtskarten: Bettina Schmalzl, Gudrun Neurauter
SONSTIGE KURZFRISTIG ZU ORGANISIERENDE PROJEKTE, WIE Z.B.:
Feste: Volker Fischbach, Erika Dilitz, Stefan Krall
Stadtfest Landeck: Gudrun Neurauter, Christian Stampfer
1.8. Medikamente
Wie auch in anderen Teilbereichen können wir es uns bei den Medikamenten - aufgrund unserer schönen Erfolge - leisten, auf mehr Qualität Wert zu legen, und müssen nicht mehr alles nehmen, was wir bekommen können. Im speziellen bedeutet dies, daß wir darauf verzichtet haben, die alten Medikamente von den Apotheken abzuholen und in mühevoller Kleinarbeit auszusortieren; stattdessen arbeiten wir vermehrt mit Ärzten und Pharmafirmen zusammen. Dies bringt eine sehr große Zeitersparnis, die wir nun vermehrt dazu nützen, eben diese Ärzte und Firmen anzuschreiben, um sie auch weiterhin am laufenden halten zu können. Zusammengefaßt kann man sagen, daß wir von der arbeitsintensiven Sortierarbeit zur effektiveren Organisationsarbeit gewechselt haben.
In diesem Zusammenhang möchten wir im speziellen die Firmen „Biochemie Kundl“, „Aesca“, „Gebro Fieberbrunn“, und „Madaus“ anläßlich ihrer überaus großzügigen Spenden erwähnen, und uns im Namen der C.I.I.E.R.A.D. und der Menschen der Provinz Sanguié bedanken.
1.9. Bibliothek Laba
Wie schon seit Anfang unserer Tätigkeit versuchen wir, Fachliteratur verschiedener Bereiche (Medizin, Landwirtschaft, Technik usw.) in französischer und englischer Sprache (evtl. auch in italienischer oder deutscher Sprache) nach Laba zu bringen. Leider waren wir dabei im letzten Jahr nicht so erfolgreich wie im Jahr vorher. Außer einem 15-bändigen medizinischen Lexikon können wir nichts Nennenswertes vorweisen.
1.10. Bibliothek Innsbruck
Besser läuft es in dieser Hinsicht mit unserer Sammlung von Büchern und Zeitschriften zu den Themen Entwicklungszusammenarbeit und -politik hier in Innsbruck. Mittlerweile ist unsere Bibliothek schon wieder etwas angewachsen und steht allen Mitgliedern zur Verfügung.
2. VORSCHAU 1996
Wie schon im letzten Jahr ist es für uns von PROJEKT LABA schwierig, ein genaues Programm für das kommende Jahr zu erstellen. Das hat nichts damit zu tun, daß die C.I.I.E.R.A.D. in Burkina Faso keine Projekte zu finanzieren hätte, sondern rührt daher, daß unser Budget es uns leider nicht erlaubt, alleine die Finanzierung eines größeren Projektes (z.B. eines Krankenhauses) übernehmen zu können. Wir können zwar mittlerweile durch unsere Mitgliedsbeiträge über ein konstantes Budget verfügen, was wir aber darüber hinaus durch Spenden von Privatpersonen und verschiedener anderer Gruppen zur Verfügung gestellt bekommen werden, kann man nur schwer vorhersagen; ebenso ungewiß ist der Erlös, den wir aus unseren für 1996 geplanten Veranstaltungen erzielen werden.
Wir werden aber weiterhin unseren Prinzipien treu bleiben, lieber eine kleinere konstante Hilfe anzubieten, so daß wir nicht Gefahr laufen, uns in finanzieller oder emotioneller Hinsicht zu übernehmen.
Aus diesem Grunde fällt diese Vorschau für 1996 (wie schon die Vorschau für 1995) etwas mager aus im Vergleich zum Tätigkeitsbericht für 1995 und zum Bericht von den Neuigkeiten in Burkina Faso (siehe: Neuigkeiten aus Burkina Faso - ein Kurzbericht).
Trotzdem werden wir dann aber im Tätigkeitsbericht für 1996 eine Vielzahl von wichtigen Punkten vorweisen können.
Nun zu den Punkten im Einzelnen:
Jahresprojekt:
Aus dem oben gesagten geht hervor, daß wir uns aus einer Fülle von Projekten, die in Burkina Faso demnächst in Angriff genommen werden sollten, eines auswählen werden, das unserer finanziellen Situation entspricht. Es ist leider noch zu früh, Ihnen in dieser Vorschau Genaueres zu berichten.
Container:
Unser Lager füllt sich schon wieder mit für Burkina Faso wichtigen Gütern. Deshalb glauben wir, daß der nächste Container 1997 verschickt werden kann. Was genau wir sammeln, können Sie der Sammel- und der Medikamentenliste entnehmen. Ein besonderer Dank gilt jenen Menschen (sie möchten anonym bleiben), die uns bereits seit 2 Jahren die Räumlichkeiten für „unser“ Lager zur Verfügung stellen.
Öffentlichkeitsarbeit:
Großes Augenmerk werden wir weiterhin auf die Öffentlichkeitsarbeit legen. Besonders wichtig ist uns dabei ein besserer Kontakt zu unseren Mitgliedern und sonstigen Gönnern. Wir möchten in Zukunft für alle Freunde von PROJEKT LABA und andere Interessierte gemeinsame Ausflüge organisieren. Der erste ist schon fix: Am Samstag 23.03.`96 gibt es einen Rodelausflug zur Naviserhütte. Wir würden uns sehr über eine rege Teilnahme freuen, es wird sicher eine tolle Rodelpartie. Genaueres entnehmen sie bitte beiliegender Einladung.
Ich möchte an dieser Stelle noch auf einen zweiten wichtigen Termin (für alle ordentlichen und außerordentlichen Mitglieder) hinweisen: am 12.04.1996 um 20.00 Uhr wird im Gasthof Turmbichl in Vill (bei Innsbruck) unsere Generalversammlung stattfinden. Genaueres entnehmen sie bitte beiliegender Einladung.
Die Möglichkeit, bei unseren Vorstandssitzungen dabeisein zu können, besteht natürlich weiter. Selbstverständlich wird auch die Infomappe weiterhin laufend ergänzt werden.
Auch eine Reihe von Diavorträgen sind schon geplant, es sollten aber noch mehr werden. Jenen Interessierten, die nicht so gerne öffentliche Veranstaltungen besuchen, bieten wir die Möglichkeit, telefonisch einen eigenen Termin für einen Diavortrag auszumachen.
Auch die Kontakte zu anderen Gruppen, die sich so wie wir auf dem schwierigen Parkett der Entwicklungszusammenarbeit bewegen, soll ausgebaut werden. Dazu gehört auch die Fortführung und Erweiterung des „3. Welt Stammtisches“.
Wie schon in den letzten Jahren legen wir weiterhin mehr Wert darauf, weniger Leute anzusprechen, die dafür über unsere Arbeit und vor allem die Arbeit in Burkina Faso gut informiert werden, anstatt mit großen Pressemitteilungen an die Öffentlichkeit zu gehen.
Ein Großereignis, bei dem wir etwas mitmischen werden, ist das „Sura za Afrika Festival `96“. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Veranstaltungen, bei denen die kulturelle Vielfalt und das eigenständige Potential Afrikas der österreichischen Öffentlichkeit nähergebracht werden soll. Im Vordergrund steht das vielfältige künstlerische Schaffen, der intellektuelle Aufbruch, die kreative Lebens- und Überlebenskunst sowie die Selbstorganisation unseres südlichen Nachbarkontinentes. Das Festival wird vom 15.06. - 07.07.`96 in allen Bundesländern Österreichs stattfinden; neben einer Reihe von Großereignissen wird es eine Reihe kleinerer Veranstaltungen geben. Bei einigen in Tirol stattfindenden Events werden wir auch in Form von Vorträgen und Informationsständen dabeisein. Genaueres muß erst noch besprochen werden. Weitere Informationen können Sie beiliegendem Folder entnehmen.
Veranstaltungen:
Wie schon im Vorjahr möchten wir ein größeres Fest organisieren, das unsere finanzielle Situation entscheidend bessern sollte. Leider steht uns das Schloß Büchsenhausen nicht mehr zur Verfügung, so daß wir auf das Uni Foyer ausweichen werden. Gleichzeitig möchten wir den Nachmittag vor dem Fest dazu nützen, auf dem Uni-Vorplatz unsere Arbeit mittels eines Informationsstandes Interessierten näherzubringen. Der genaue Termin steht noch nicht fest (voraussichtlich Ende Mai - Anfang Juni), wird aber noch rechtzeitig bekanntgegeben.
Lukas Walter vom „Jimmy’s“, dem ich an dieser Stelle recht herzlich danken möchte, hat uns sein Lokal freundlicherweise am 17.04.`96 zur Verfügung gestellt, um, wie schon vor 2 Jahren, ein kleineres Fest veranstalten zu können. Genaueres entnehmen Sie bitte beiliegendem Folder.
Auch auf dem Stadtfest von Landeck werden wir höchstwahrscheinlich (Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen) wieder in Form eines Standes präsent sein.
Wir möchten heuer auch die größere Spendenfreudigkeit der Menschen zur Weihnachtszeit berücksichtigen und eine Art „Weihnachtshappening“ organisieren. Termin, Ort und Form dieser Veranstaltung stehen noch nicht fest.
Besuch vor Ort:
Wir möchten auch versuchen, qualifizierte Fachleute davon zu überzeugen, wie wichtig und erwünscht ihr Einsatz direkt vor Ort wäre. Als kleine Gruppe, die keinen Unkostenbeitrag für eventuelle Flüge leisten kann und will (wir wollen keinen unnötigen Abenteuer-Projekt-Tourismus fördern), tun wir uns natürlich dementsprechend schwer. Andererseits würde ein Aufenthalt in Laba gerade für Tropenmediziner, die sich für Forschung interessieren, aufgrund der guten Mitarbeit des einheimischen Pflegepersonals sehr lohnen.
Besonders gebraucht würden im Moment vor allem Leute, die im Sanitätsbereich tätig sind, wie Ärzte (wenn möglich mit Praxiserfahrung), MTA’s und Krankenpfleger. In anderen Bereichen, vor allem Berufsschule und Handwerk, hat unsere Partnergruppe aus Brixen im letzten Sommer schon einiges geleistet.
Genauso wichtig sind aber auch Menschen, die sich ein Bild von der Lage in Burkina Faso machen wollen. Solche Erfahrungen können in Europa den Boden für gute Entwicklungszusammenarbeit fruchtbar machen. Ich selber hätte nie daran gedacht, zusammen mit Freunden einen Verein wie PROJEKT LABA ins Leben zu rufen. Als ich aber mit diesen Eindrücken aus Burkina Faso zurückgekehrt bin, mußte ich es tun, nicht einfach aus Solidarität zu den Menschen in Afrika, sondern aus Solidarität und der Gewißheit, daß nur diese Art der Zusammenarbeit fruchtbringend ist. Von all jenen, die bisher nach Laba gekommen sind, kehrten alle mit ähnlichen Gefühlen zurück.
Von uns werden heuer 2 oder 3 Medizinstudenten nach Laba fahren, die vor allem auf dem Gebiete der Pharmakologie und Hygiene (Sterilisation von Geräten usw.) tätig sein werden.
Besuch von Dr. Bationo:
Möglicherweise wird uns bis zum Sommer Dr. Bationo einen Besuch abstatten, bei dem er wieder die Möglichkeit nützen wird, neue Erkenntnisse für seine Arbeit in Afrika zu erlangen (bei seinem letzten Besuch z.B. über neuartige Bewässerungssysteme, Sonnenenergie usw.).
Gleichzeitig besteht natürlich für Interessierte die Möglichkeit, mit ihm in Kontakt zu treten. Sobald ein genauer Aufenthaltstermin feststeht, werden wir umgehend einen Vortrag bzw. eine Diskussion organisieren.
Es könnte sein, daß der eine oder andere Punkt dieser Vorschau nicht in die Tat umgesetzt werden kann, oder daß andere Punkte neu hinzukommen. Der Vorteil eines kleinen Vereines, nämlich die Flexibilität, erlaubt es uns, kurzfristig auf gute Angebote oder dringlichere Punkte reagieren zu können. Trotzdem werden wir niemals von unserem Weg des behutsamen Vorgehens abkommen.
Ich möchte diesen Jahresbericht mit denselben Worten schließen wie im letzten Jahr:
Wir alle müssen für eine Welt kämpfen, in der das Glück der einen nicht vom Elend der anderen abhängt. Frieden ist nur in einer Welt möglich, in der die Bedingung der Entwicklung jeder einzelnen Nation die Entwicklung von allen Nationen ist.
(Ngugi Thiong`o, „Der Fluß dazwischen“)
Liebe Grüße und vielen Dank für Eure Hilfe.
Auch all jenen, die in diesem Bericht nicht namentlich erwähnt werden konnten
für den Vorstand
der Präsident
Alexander Ober
JAHRESBERICHT 1994
1. DER BEGINN
2. GRÜNDUNG PROJEKT LABA
3. DIE ARBEIT BEGINNT
4. TÄTIGKEITSBERICHT 1994
4. 1. Jahresbericht
4. 2. Kontakte
4. 3. Kassabericht
4. 4. Lager
4. 5. Medikamente
4. 6. Container
4. 7. Sitzungen
4. 8. Mitglieder
4. 9. Visitenkarten, Folder
4.10. Pressemappe
4.11. Presse
4.12. Bibliothek - Laba
4.13. Bibliothek - Innsbruck
4.14. Fest
4.15. Besuch vor Ort
4.16. Besuch von Dr. Bationo
4.17. Sonstiges
5. VORSCHAU 1995
1. DER BEGINN
Alles begann mit einer Reise nach Burkina Faso (Westafrika); ein Land, das wenige von uns vorher kannten, und wenn, dann unter seinem alten Namen Obervolta. Geplant war eigentlich nur ein einmonatiger Aufenthalt im Dorf LABA, um im dortigen Krankenhaus zu arbeiten.
Aber darin hatte ich mich grundlegend getäuscht. Durch die mittlerweile gewachsene Freundschaft zwischen Dr. Bationo, dem Leiter des Programmes, der dort ansässigen Bevölkerung und mir hatte ich die Möglichkeit, einen tiefen Einblick in die Arbeit vor Ort zu bekommen. Durch viele Diskussionen mit den Betroffenen, durch den Besuch verschiedenster anderer Entwicklungshilfe-Projekte, durch eine kurze Reise in die angrenzenden Staaten Togo und Benin bekam ich einen nachhaltigen Eindruck von Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik: immer mehr Abhängigkeiten werden geschaffen, Respektlosigkeit gegenüber Kultur, Tradition und Religion prägen das Bild; immer noch wird versucht, unsere westlichen Modelle - sei es in Medizin, Bildung oder Wirtschaft - zu kopieren oder bestenfalls zu adaptieren.
Aber ich hatte auch Gelegenheit, Musterbeispiele für Entwicklungszusammenarbeit zu sehen. Ich hatte das große Glück, in einem dieser langfristig erfolgreichen Programme mitarbeiten zu dürfen. Ich konnte die Begeisterung der Menschen, ihren unbändigen Willen, ihren Einsatz und ihre Lebensfreude hautnah miterleben und selber spüren. Ich will jetzt hier nicht näher auf die Arbeit in Afrika eingehen, dafür gibt es an anderer Stelle (Pressemappe) bessere Gelegenheit; dies soll ein Jahresbericht von PROJEKT LABA sein.
Das Erlebte im Koffer, kam ich nach Europa zurück. Ich konnte gar nichts anderes tun, als meinen Freunden von dieser Art von „Entwicklungszusammenarbeit“ zu erzählen, von der ich damals schon überzeugt war und es mittlerweile durch das Studium verschiedener „Dritte-Welt-Bücher“, durch Diskussionen mit anderen Gruppen, und nicht zuletzt durch eine zweite, längerdauernde Reise nach Burkina noch mehr bin. Ich schilderte ihnen meine Eindrücke, diskutierte lange und gerne über diese Art von Entwicklungshilfe, und eröffnete ihnen, daß ich mich mit dem Gedanken trage, in Innsbruck eine Gruppe zu gründen; deren Aufgabe sollte sein, den Menschen in Burkina Faso in ihrer Aufbauarbeit zu helfen, und gleichzeitig hier in Europa auf die Probleme der „Dritten Welt“ aufmerksam zu machen. Ich sprach mit 10 Freunden, die von dieser Art Hilfe in Afrika sehr angetan waren und versprachen, mir bei der Vereinsgründung behilflich zu sein.
2. GRÜNDUNG PROJEKT LABA
Wir trafen uns zu unserer ersten Sitzung am 14.10.`93 in der Negrellistr. 9, der Wohnung von Rainer Biedermann, Leopold Wurnig und mir, die noch am selben Tage zu unserem Vereinssitz wurde. Ich zitiere aus dem ersten Sitzungsprotokoll:
* Die Anwesenden sind bereit, Dr. Bationo bei seiner Arbeit zu unterstützen, und beschließen, einen Verein zu gründen.
* Eine genaue Zielsetzung ist Voraussetzung, um die Erreichbarkeit des Gewollten zu überprüfen.
* Es ist sehr wichtig, daß das Vorhaben professionell, langsam und überlegt aufgebaut wird. Übereifriges Vorgehen könnte die Vereinsmitglieder übersättigen und das Projekt in Gefahr bringen.
In den nächsten Sitzungen (21.10.`93, 27.10.`93, 10.11.`93) ging es vorwiegend um Organisatorisches: Name, Statuten und Wahlmodus wurden festgesetzt, die Höhe der monatlichen bzw. jährlichen Beiträge bestimmt, Arbeitsgruppen gegründet, die Vorstandswahl durchgeführt; sehr wichtig war uns, unsere Ziele und den Weg dorthin incl. einer Prioritätenliste klar zu definieren.
Name: PROJEKT LABA
Vereinssitz: Negrellistr. 9/7 A-6020 Innsbruck
Vorstand:
Präsident: Ober Alexander
Vizepräsident: Schaubschläger Thomas
Kassier: Nardin Stefan
Vizekassier: Fischbach Volker
Schriftführer: Astl Alexandra
Vizeschriftführer: Pagani Pier-Mario
5 Beiräte: Biedermann Rainer
Krall Stefan
Endstrasser Ulli
Schmalzl Bettina
Seidner Carmen
Beitrag: 100 ATS monatlich bzw. 1200 ATS jährlich.
Arbeitsgruppen: Öffentlichkeitsarbeit, Medikamente, Kassa, Logistik.
aus den Statuten:
* Das Wirken des Vereins erstreckt sich auf alle Entwicklungsländer, im speziellen auf Burkina Faso.
* Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, bezweckt die Unterstützung der menschlichen Person, Gruppe und Gemeinschaft in allen sozialen, psychischen, kulturellen, medizinischen und wirtschaftlichen Belangen im oben genannten Wirkungsbereich.
Ziele:
1. Unterstützung des von Dr. Bationo (bzw. C.I.I.E.R.A.D., siehe Pressemappe) geleiteten Gesamtprogrammes durch:
- Finanzierung vorerst kleinerer Teilprojekte,
- Bereitstellung und Versand notwendiger Hilfsgüter,
- Hilfe durch qualifizierte Fachkräfte vor Ort.
2. Sensibilisierung unserer Mitbürger für die Probleme in der „Dritten Welt“, im speziellen Burkina Faso.
Wichtig ist mir hierbei noch zu erwähnen, daß es uns darum geht, keine neuen Abhängigkeiten zu schaffen, sondern echte Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Von entscheidender Bedeutung dabei ist, Entwicklungszusammenarbeit in Einklang mit Kultur, Tradition und Religion zu betreiben, und zwar immer unter Berücksichtigung der vorhandenen materiellen und personellen Ressoursen. Wir werden also niemals versuchen, von Europa aus etwas für die Menschen in Afrika zu tun, sondern (durch die C.I.I.E.R.A.D.) mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Näheres dazu siehe Pressemappe.
Am 24.11.`93 reichten wir unsere Statuten bei der Sicherheitsdirektion des Bundeslandes Tirol ein.
Am 14.12.`93 hielten wir unsere konstituierende Generalversammlung ab.
Am 27.01.`94 bekamen wir vom Vereinsreferat der Bundespolizeidirektion Innsbruck den offiziellen Bescheid, daß wir als Verein eingetragen sind, und somit unsere „offizielle“ Arbeit beginnen dürfen.
3. DIE ARBEIT BEGINNT
Wir begannen klein und bescheiden; ursprünglich war eigentlich nur geplant, finanzielle Mittel aufzubringen, um das eine oder andere Projekt unserer Partnergruppe „Freunde von Burkina Faso“ in Brixen mitfinanzieren zu können; weiters begannen wir mit der Sammlung von in Burkina Faso notwendigen Sachgütern, die wir ebenfalls der Brixner Gruppe zukommen lassen wollten.
Schon bald aber sahen wir, daß wir zu einer viel größeren Hilfeleistung fähig wären; vor allem der Besuch Dr. Bationos in Innsbruck bewirkte einen neuerlichen Motivationsschub. Auch der gute Anklang bei Freunden und Bekannten sorgte für einen großen Auftrieb. Kontakte mit Leuten, die bei anderen Entwicklungshilfeorganisationen tätig sind, und uns die Sinnhaftigkeit eines auf diese Weise geführten Entwicklungsprogrammes mehr als nur bestätigten, taten ein Übriges. Auch die Sammlung von Medikamenten, anderem wichtigen medizinischem Gerät, Werkzeugen usw. ging gut voran.
Damit sahen wir uns aber auch mit Problemen konfrontiert, die durch das Anwachsen unserer Gruppe und auch unseres Bekanntheitsgrades entstanden.
Der Transport der mittlerweile beträchtlich angewachsenen Gütersammlung nach Brixen war nicht mehr zu bewerkstelligen, so daß wir beschlossen, sie direkt von Innsbruck aus mittels eines Containers nach Burkina Faso zu schicken, was auf lange Sicht auch kostengünstiger ist; also mußte ein Lager gefunden werden. Trotzdem werden wir mit der Brixner Gruppe weiterhin zusammenarbeiten, vor allem dann, wenn es darum geht, dringend benötigte oder dem Verfallsdatum nahe Arzneien zu verschicken. Weiters brauchten wir ein Faxgerät, um die anwachsende Korrespondenz bewältigen und mit Dr. Bationo in regelmäßigem Kontakt bleiben zu können. Bald schon bekamen wir von einem gönnerhaften Menschen, der anonym bleiben möchte, kostenlos ein großes Lager zur Verfügung gestellt. Auch das Faxgerät ließ nicht lange auf sich warten, und wurde uns - ebenfalls kostenlos - von Herrn Krall zur Verfügung gestellt.
Viel größere Schwierigkeiten machte uns die sehr bald anwachsende Arbeit. Kontakte mußten gepflegt, Briefe bzw. Serienbriefe geschrieben werden; es brauchte Flugzettel und Tätigkeitsberichte, weiters eine Pressemappe; Vorträge mußten organisiert und Veranstaltungen durchgeführt werden; viel Zeit nahmen die Abholung und das Sortieren von Gütern und Medikamenten in Anspruch. Eine Neustrukturierung der Gruppe und eine genauere Aufgabenteilung wurden unerläßlich. Von großem Wert erwiesen sich hierbei die unterschiedlichen Fähigkeiten und Ausbildungen der einzelnen Vorstandsmitglieder.
Inzwischen besteht unser Verein aus mehreren Untergruppen, die autonom arbeiten und bei den Vorstandssitzungen ihre Tätigkeitsberichte zur Begutachtung bzw. Genehmigung vorlegen. Auf diese Weise wird die anfallende Arbeit aufgeteilt und jeder hat auf seinem Gebiet die volle Verantwortung. Folgende Arbeitsgruppen wurden gebildet:
1. Öffentlichkeitsarbeit: Anfertigung von Protokollen, Flugzetteln usw., Pressearbeit, Erledigung des bürokratischen Aufwandes
2. Kontakte zu anderen Gruppen, die sich mehr oder weniger mit Entwicklungs- zusammenarbeit beschäftigen
3. Kontaktaufnahme zu Firmen, die uns in irgendeiner Weise unterstützen könnten
4. Kassier und Mitgliedslistenverwaltung
5. Medikamente: Abholen, Sortieren von Medikamenten und anderem medizinischen Gerät (nach Verfallsdatum, Indikation)
6. Lager: Abholung und Erstellung von genauen Lagerlisten
7. Organisation verschiedener Aktivitäten, z. B. von Festen und dergleichen
4. TÄTIGKEITSBERICHT 1994
4.1. Jahresprojekt
Eigentlich hatten wir für das erste Jahr außer dem Container keine weitere Finanzierung geplant, aber glücklicherweise waren wir doch imstande, ein Projekt Dank der Unterstützung durch den Katholischen Männerverein Laakirchen zu verwirklichen. Es handelt sich dabei um die Ergänzung der bereits bestehenden 100 „Erste Hilfe Kästen“ mit folgenden kleinchirurgischen Instrumenten:
Das beste Angebot kam von der Firma „Medical Container System“:
- 100 Stk chir. Scheren spitz/stumpf, gerade, 180 mm zu (insges.) ATS 3560.-
- 100 Stk chir. Scheren spitz/stumpf, gebogen, 140 mm -“- 3000.-
- 100 Stk Arterienklemmen Pean, gerade, 160 mm -“- 5530.-
- 100 Stk anat. Pinzetten, atraum., 125 mm -“- 2280.-
(Alles in japanischer Stahlqualität SS )
- 100 Stk Kunststoffspritzflaschen 250 ml -“- 2300.-
- 100 Stk Kunststoffspritzflaschen 500 ml -“- 2500.-
Preis incl. MwSt.: ATS 23 004.-
Zusätzlich bekamen wir von der Firma „Medizin Labortechnik“ des Herrn Politakis das beste Offert für 75 l antiseptischer Lösung (Poly-Alkohol-Haut-Antisepticum), um o.g. Flaschen zu füllen,
Preis incl. MwSt.: ATS 6660.-
Ergibt insgesamt, incl. MwSt. für o.g. Geräte : ATS 29 664.-
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals im Namen von PROJEKT LABA und im Namen der Einwohner Burkina Fasos herzlichst bei Herrn Josef Thallinger vom Katholischen Männerverein Laakirchen bedanken.
4.2. Kontakte
Ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die Kontaktaufnahme zu Menschen und Gruppen, die sich für Entwicklungszusammenarbeit interessieren, wobei nicht nur wir den ersten Schritt machen mußten, sondern erfreulicherweise auch andere - wohl durch unseren langsam steigenden Bekanntheitsgrad - die Gelegenheit zum Gespräch nutzten. Mit folgenden Gruppen stehen wir in Kontakt: ÖIE (Österreichischer Informationsdienst für Entwicklungspolitik), S.O.S. Kinderdorf, Katholisches Bildungswerk, Caritas Tirol, ÖFSE (Österreichische Forschungsstiftung für Entwicklungshilfe), WEKEF (Weltkirche und Entwicklungsförderung), Tiroler Spar- und Unterstützungsverein, ZONTA Innsbruck - Tyrol, ZONTA Bozen, Katholischer Männerverein Laakirchen, Rheno Danubia. Es soll aber nicht verschwiegen werden, daß es auch Organisationen gibt, die dieser Form von Entwicklungszusammenarbeit eher skeptisch gegenüberstehen. Dies zum Teil aus falsch verstandenem Konkurrenzdenken und wohl auch aus „Futterneid“; auch ist es für manche schwer zu verstehen, daß eine kleine private Gruppe ohne großen bürokratischen Aufwand sehr viel bewirken kann.
Sogar die österreichische Botschaft in Abidjan (Elfenbeinküste) ist auf uns aufmerksam geworden und bat uns, ihr Informationsmaterial zukommen zu lassen; selbstverständlich kommen wir dieser Bitte gerne nach.
Ein besonders gutes Verhältnis haben wir zu den Damen des ZONTA Innsbruck - Tyrol, die uns bereits zweimal eine Spende von jeweils 10.000 ATS zukommen ließen, die erste davon spontan nach einem Vortrag, den uns Frau Margit Biedermann ermöglichte. Nochmals vielen Dank.
Auch der Rheno Danubia stellten wir uns mittels eines Vortrages vor. Einen weiteren Vortrag hielt Thomas Schaubschläger beim schon erwähnten Katholischen Männerverein Laakirchen.
Der Kontakt zu den anderen Organisationen bestand vorwiegend aus Treffen zwischen den jeweiligen Vertretern und mir.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die inzwischen sehr zahlreich gewordenen Kleindiavorträge (bis zu 15 Personen) in unserer „Vereinswohnung“, in Bozen und Laakirchen.
Auch der Kontakt mit unserer Brixner „Partnergruppe“, die in den nunmehr 8 Jahren ihres Bestehens sehr viel geleistet hat, geht weiter; ein Vortrag von mir (vor vielen, sehr gut informierten Mitgliedern) und mehrere Treffen zwischen einzelnen Mitgliedern haben stattgefunden, ein größeres Treffen steht noch aus.
4.3. Kassabericht
Ein großes Lob gilt unserem Kassier und „banker“ Stefan Nardin; unsere beiden Konten, Mitglieds- und Spendenkonto, wurden und werden sicher auch in Zukunft in vorbildlicher Weise geführt, was unsere beiden Rechnungsprüfer Mag. Manfred Schwaiger und Erika Dilitz bestätigen konnten.
Stand Anfang März:
Einnahmen: Beitragskonto (Kontonummer: 100-277 859, Bankleitzahl 16 000):
Kontodotierung vom 1.1.`94: 2 200,- ATS
jährliche Mitgliedsbeiträge: 27 500,- ATS
monatliche Mitgliedsbeiträge: 34 300,- ATS
Saldo: 64 000,- ATS
Spendenkonto (Kontonummer: 100-280 140, Bankleitzahl 16 000):
Saldo: 94 338,- ATS
davon: Kath. Männerbew. Laakirchen: 30 000,- ATS
Zonta Innsbruck - Tyrol: 20 000,- ATS
Fest Jimmy’s: 15 758,- ATS
Ausgaben: 12 636,- ATS
wobei ein Teil des Jahresprojektes noch nicht bezahlt ist; wird nach Lieferung der Ware erledigt.
Saldo beider Konten: 141 702,- ATS
Für das Jahr 1995 haben leider noch nicht alle Mitglieder ihren Beitrag eingezahlt.
Um unsere beiden Konten nicht zu sehr mit Verwaltungsspesen zu belasten, wurde schon am Anfang unserer Tätigkeit der Beschluß gefaßt, daß der Vorstand diese Kosten (Fax- und Telefon, Briefmarken, Kopien usw.) tragen wird. Das geschieht folgendermaßen: bei den Sitzungen stehen den Teilnehmern Getränke zur Verfügung, für die sie eine Spende abliefern; die Verwaltung darüber obliegt Rainer Biedermann.
4.4. Lager
Bettina Schmalzl, unsere „grande dame“ des Lagers, kann folgende Bilanz (Stand März`95) melden: 16 Krankenhausbetten mit Matratzen (davon 2 Kinderbetten), 1 Autoklav, 2 Rollstühle, 525 Kg Saatgut (von der Firma Austrosaat dankenswerterweise zur Verfügung gestellt), 4 Tretnähmaschinen, Unmengen an Werkzeug (Dank einer erfolgreichen Serienbriefaktion von einem unserer ordentlichen Mitglieder, Christian Stampfer, bekommen), 1 Volkswagen Käfer (von einem weiteren Gönner geschenkt), 12 Fahrräder, 1 große Schultafel, Sanitäranlagen, und viele Dinge mehr, die den Rahmen dieses Jahresberichtes sprengen würden. Vielleicht wird sich hier der eine oder andere fragen, wozu diese Dinge gut sein sollen. Leider kann ich hier nicht darauf eingehen; ich werde es aber in der Pressemappe ausführlich nachholen; vorweg sei nur soviel gesagt: es handelt sich nicht um unnütze Dinge, die wahllos verschickt werden!
4.5. Medikamente
Erika Dilitz, eines unserer ordentlichen Mitglieder, konnte durch ihre Briefkorrespondenz mit über 35 Pharmafirmen einige gute Medikamentenspenden organisieren, die teilweise schon mit einem Brixner Container im Juni`94 nach Burkina Faso gesandt wurden. Es handelte sich hierbei um 3 Kartone mit dringend benötigten Antibiotika:
290 Standazillin 2 mg Spritzen
100 Ospexin 250 mg Granulat
104 Ospen 1000 mg Tabletten
30 Dotur 100 mg Tabletten
Das Großteil der Medikamente und Sanitätsgüter aber wurde in mühevoller Kleinarbeit von Rainer Biedermann und Thomas Schaubschläger mit teilweiser Unterstützung anderer Mitglieder aus den Altmedikamentenkisten zweier Innsbrucker Apotheken (St. Anna und St. Georgs-A.) und des Sanitätshauses „Goll“ aussortiert, wobei ca. 70% als nicht verwertbar entsorgt werden mußten. Auch einige Ärzte steuerten etwas bei. So konnten insgesamt 9 Kisten Medikamente mit insgesamt ca. 3600 Packungen und 25 Kisten mit Sanitätsgütern (u.a. Verbands- und Injektionsmaterialien, Laborgeräte, EKGs, etc.) für Burkina Faso, und - für Afrika nicht brauchbar - ca. 12 Kartone Medikamente für Bosnien (die bereits vor Ort eingelangt sind ) abgepackt werden.
In diesem Zusammenhang möchten wir vor allem den Firmen Aesca GmbH, Biochemie GmbH, Gebro Broschek GmbH und Madaus GmbH für ihre Unterstützung danken.
4.6. Container
Obwohl unser Lager zum Bersten voll ist, und geplant war, den Container Ende November - Anfang Dezember `94 zu verschicken, war uns das bisher leider nicht möglich. Im Dezember war nämlich Dr. Bationo bei uns in Innsbruck, und er bat uns, den Container erst nach seiner Rückkehr nach Burkina Faso loszuschicken, weil er ihn aus Sicherheitsgründen (Zollkontrolle) selbst empfangen wollte. Ein weiterer Grund war, daß wir auf Grund der nicht erwarteten „guten“ (könnte trotzdem noch besser sein) finanziellen Situation durch die Spende des Katholischen Männervereines plötzlich in der Lage waren, ein Jahresprojekt zu finanzieren (siehe oben). Leider ist die bestellte Ware bis zum heutigen Tage noch nicht eingetroffen; nach neuesten Informationen müßte sie aber demnächst eintreffen. Dann dürfte dem Verschicken des Container nichts mehr im Wege stehen.
4.7. Sitzungen
Vorangestellt sei, daß unsere Sitzungen in ihrer Effektivität bedeutende Fortschritte gemacht haben nach anfangs doch oft etwas längeren und nicht immer produktiven Diskussionen, aber bekanntlich wird man ja durch Erfahrung klüger.
Mittlerweile wurden neben unzähligen Arbeitsgruppenzusammenkünften 16 Sitzungen abgehalten.
Alexandra Astl trat vom Posten des Schriftführers zurück, bleibt uns aber als ordentliches Mitglied erhalten; Pier-Mario Pagani nahm als bisheriger Stellvertreter ihren Posten ein, und an seine Stelle trat Peter Mayer.
Mit Vorstandsbeschluß von April`94 sind auch alle ordentlichen Mitglieder bei Vorstandssitzungen willkommen, ein Angebot, von dem unter anderem Erika Dilitz, Brigitte Rücker, Dieter Schönafinger, Christian Stampfer, Leopold Wurnig, und öfters auch einige Nichtmitglieder als „Besucher“ regen Gebrauch machten.
Zu unserer großen Freude konnten wir bisher 2 Vorträge in Sachen Entwicklungshilfe innerhalb unserer Sitzungen veranstalten, denen bald noch mehr folgen werden. Sedmak Klemens, freiwilliger Mitarbeiter bei der Caritas Tirol, sprach über die Geschichte der Entwicklungshilfe; Michael Graf und Bernhard Holzner vom Tiroler Spar- und Unterstützungsverein brachten uns die Zusammenhänge der Weltwirtschaft mit der Armut in den Länder der „Dritten Welt“ näher, und stellten uns den alternativen Geldkreislauf mit Talenten vor.
4.8. Mitglieder
Am Gründungstag zählten wir 11 Mitglieder; diese Zahl ist mittlerweile auf stolze 43 angewachsen, davon 11 Vorstandsmitglieder, 8 ordentliche und 24 außerordentliche Mitglieder. Den größten Zuwachs konnten wir dabei in der Anfangszeit und jetzt wieder seit Anfang`95 verbuchen. Die Ursache liegt sicher darin, daß wir anfangs fleißig Mitglieder anwarben, dann aber auf Grund der Arbeitsüberlastung damit zurückstecken mußten, um die jeweils anfallenden Arbeiten bewältigen zu können; erst in letzter Zeit wenden wir wieder mehr Zeit dafür auf, aber nicht etwa deshalb, weil wir mehr davon haben, sondern weil wir durch neue Kräfte teilweise entlastet werden und Dinge in Angriff nehmen können, die bisher nicht „drinnen waren“.
4.9. Visitenkarten, Folder
Wie viele andere Vereine auch, kommen auch wir nicht umhin, der bereits existierenden Papierflut die unsere auch noch hinzuzufügen. Visitenkarten und Flugzettel, die wertvolle Dienste geleistet haben, besitzen wir schon seit unserer Anfangszeit, sehr bald aber schon werden wir einen professionelleren Folder unser eigen nennen können, getextet und gestaltet von unserem „Organisationsgenie“ Peter Mayer. Er ist bereits in Druck und wir hoffen, ihn bei der Generalversammlung verteilen zu können.
4.10. Pressemappe
Was ist nun eigentlich diese Pressemappe, die ich schon öfter angesprochen habe? Um unsere Arbeit transparenter und den Mitgliedern besser zugänglich zu machen, entwarf Peter Mayer eine Mappe, in der sämtliche Aktivitäten unserer Gruppe aufgeführt werden. Einen großen Teil dieser Mappe wird auch die Arbeit Dr. Bationos und seiner Leute in Burkina Faso ausmachen. Wir finden es sehr wichtig, daß Mitglieder und Interessierte mehr als „nur“ unsere Visitenkarten und Flugzettel als Informationsmaterial in den Händen halten. Geplant ist, daß jeder Besitzer einer solchen Mappe immer wieder neue Unterlagen zugeschickt bekommt und sie darin einheftet.
Ursprünglich hätte diese gute Idee bereits viel früher verwirklicht werden sollen, aber wegen des bereits angesprochenen Zeitmangels war es uns leider bis jetzt noch nicht möglich. Wir hoffen aber, daß sie gegen Ende April`95 ausgegeben werden kann.
4.11. Presse
Obwohl es vorerst nicht uns unser Bestreben ist, groß in der Presse aufzuscheinen, geht es doch nicht ganz ohne; es ist oft leichter, mit Zeitungsausschnitten gewisse Firmen und Organisationen anzusprechen. Bisher sind 3 Zeitungsartikel über das PROJEKT LABA erschienen, ein halbseitiger Bericht in der Tiroler Tageszeitung, ein ganzseitiger in der Medpress und ein kleinerer im Tirol Kurier. Trotzdem bleibt es unser Bestreben, lieber weniger Leute anzusprechen, die dafür ausführlich über unsere Arbeit informiert werden; wir hoffen, daß diese uns gerade deshalb ihr Vertrauen schenken und dann auch dauerhaft unterstützen.
4.12. Bibliothek - Laba
Ein weiteres Projekt von Dr. Bationo ist die Einrichtung einer möglichst umfassenden Bibliothek in Laba, die vor allem Fachliteratur unterschiedlicher Bereiche (Medizin, Landwirtschaft, Handwerk usw.) enthalten soll. Auch hierbei konnten wir ihn unterstützen; dank dem Engagement von Signe Kastner und ihrer für uns in diesem Fall sehr wichtigen Bekanntschaft mit einer französischen Medizinstudentin konnten wir in den Besitz von 39 Büchern medizinischer Fachliteratur in französischer Sprache gelangen, die die Grundlage einer medizinischen Fachbibliothek in Laba schaffen werden.
4.13. Bibliothek - Innsbruck
Auch wir sind gerade dabei, Literatur über Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungspolitik zu beschaffen. Unser Bestreben ist, uns auch in der Theorie mit dieser schwierigen Problematik auseinanderzusetzen.
4.14. Fest
Freundlicherweise hat Hr. Walter Lukas vom „Jimmy`s“ am 21.04.`94 ein Fest zu unseren Gunsten veranstaltet, bei dem uns insgesamt 15.758.- ATS als Spende zukamen. Zu unserer großen Freude steht bereits ein weiteres Angebot für ein Folgefest, das voraussichtlich Ende des Sommersemesters stattfinden wird. Vielen Dank, Lukas!
4.15. Besuch vor Ort
Zweimal hatten Mitglieder unserer Gruppe bisher Gelegenheit, das Wirken Dr. Bationos direkt an Ort und Stelle miterleben zu dürfen. Das erste Mal im Sommer `93 war ich alleine in Burkina Faso, das zweite Mal im Sommer `94 begleitete mich Thomas Schaubschläger.
Wie schon eingangs erwähnt, ging es Dr. Bationo nicht nur darum, daß wir - wie ein Tropfen auf einem heißen Stein - im Krankenhaus von Laba „mitanpacken“. Es war ihm auch sehr wichtig, uns seine Tradition und Kultur verständlich zu machen, und uns einen Einblick in verschiedene Arten von Entwicklungshilfe, positiver wie auch negativer, zu geben; dabei versuchte er, uns seine Ideen von effizienter Entwicklungszusammenarbeit näherzubringen. Das war auch der Grund, weshalb er uns quer durch Burkina Faso und die angrenzenden Staaten (Togo und Benin beim ersten, Ghana und Elfenbeinküste beim zweiten Besuch) „schleppte“, und uns Treffen und Diskussionen mit den verschiedensten Leuten (vom einfachen Bauern über Beamte und Ärzte bis zu Ministern) ermöglichte. Auf diese Weise konnten wir uns davon überzeugen, daß der von ihm eingeschlagene Weg der richtige ist.
Ich hoffe, daß bald auch andere Mitglieder unserer Gruppe Laba besuchen werden, und sich so selbst ein Bild davon machen können, wie wichtig und effizient ein auf diese Weise geleitetes Programm ist.
4.16. Besuch von Dr. Bationo
Nach seinem Besuch im November`93, bei dem er sich anläßlich unserer Vereinsgründung allen Mitgliedern vorstellte, uns sein Gesamtprogramm und die einzelnen Teilprojekte persönlich erklärte, und im Verlauf einiger sehr netter, ungezwungener Abende auch persönliche Fragen beantwortete, kam er im Dezember`94 wieder nach Tirol.
Diesmal standen neben vereinsinternen Treffen auch informative Besuche bei diversen Unternehmen auf dem Programm, bei denen Dr. Bationo neue Erkenntnisse für seine Arbeit in Burkina suchte, wie z.B. neuartige Bewässerungssysteme, Entwicklungen auf dem Gebiet der Solarenergie und einen Besuch des Krankenhauses Hall, freundlicherweise von Prof. Schmalzl ermöglicht, der ihn auch persönlich führte. Weiters inspizierte er einen Tankwagen, den wir gerne nach Burkina geschickt hätten, wobei dieser sich aber leider als untauglich herausstellte. Einen sehr netten (und auch sehr langen) Abend verbrachten wir mit einigen Mitgliedern des Zonta Clubs Innsbruck-Tyrol; auch anwesend, als Mitglied des Zonta Clubs, war Frau Flossmann, die die für uns so wichtigen Saatgüter kostenlos organisieren konnte. Auf diese Weise hatte ein Verein, dem wir sehr zur Dankbarkeit verpflichtet sind, auch die Möglichkeit, sich ein persönliches Bild von Dr. Bationo zu machen.
4.17. Sonstiges
Grillfest am 02.07.1994
Bei leider nicht allzu schönem Wetter trafen wir uns (Mitglieder, Freunde und Bekannte) am „Grammartboden“ zu einem Abschlußfest vor dem Sommer. Bei Grillfleisch, Würstel, einer Menge Spiel und Spaß wurden Thomas Schaubschläger und ich nach LABA, andere in alle möglichen sonstigen Windrichtungen entlassen. Es wäre schön, wenn wir uns auch heuer wieder zu einem gemütlichen Beisammensein „hoch über Innsbruck“ treffen könnten.
Fragebogenaktion
Im Herbst`94 führten wir unter unseren Vorstandsmitgliedern und den ordentlichen Mitgliedern eine Fragebogenaktion durch, um deren Motivation für die Mitarbeit beim PROJEKT LABA zu erfragen. Einige interessante Gedanken möchte ich anführen:
* Ich halte den Verein PROJEKT LABA für eine positive Veränderung in meinem Leben. Es hat mich das erste Mal auf ein anderes Leben aufmerksam gemacht, welches nach ganz anderen Kriterien geführt werden muß. Der Verein ist lebensfähig, zukunftsorientiert und aktuell. Die Bedeutung des Projektes ist in erster Linie eine persönliche; ich habe das Gefühl, durch meine Tätigkeit etwas wichtiges zu leisten.
* Meiner Meinung nach stellt das Programm Dr. Bationos einen der wenigen Wege dar, wie langfristig sinnvolle Entwicklungszusammenarbeit geleistet werden dann. Deshalb finde ich es auch so wichtig, mit dem PROJEKT LABA dessen Arbeit zu unterstützen.
* Ich finde, daß es eine gute Möglichkeit ist, aktiv Entwicklungszusammenarbeit zu betreiben; man kann nicht mehr danebenstehen und behaupten: „Ich kann ja so und so nichts verändern!“
* Wir als Gruppe haben uns zum Ziel gesetzt, mit Menschen und damit auch für Menschen zu arbeiten. Zusammenarbeit, Meinungsaustausch, Kulturaustausch, Information, Verstehen und Hilfe sind dabei für mich sehr wichtige Bereiche. Nach dem Sommer in Laba hat unsere Arbeit für mich einen noch viel konkreteren Bezug bekommen.
* Dieser Verein ist für mich nicht der erste Berührungspunkt mit Entwicklungszusammenarbeit. Diese Art von Hilfeleistung finde ich besser als manch andere und sie bedeutet für mich ein sinnvolles Engagement in diesem Bereich. Ein weiteres Plus von PROJEKT LABA ist für mich, daß Alex die Situation in Burkina Faso kennt, bzw. selber dort war, und ich mich dadurch der Sache selbst, da ich ihn kenne und ihm vertraue, näher fühle.
5. VORSCHAU 1995
Ein genaues Programm für 1995 wurde noch nicht zur Gänze erstellt; zum einen deshalb, weil wir als junger Verein noch nicht über ein konstantes Budget verfügen können, zum anderen, weil wir noch nicht wissen, welches Potential in unseren neuen Mitgliedern steckt. Ganz sicher mangelt es nicht an Plänen, im Gegenteil.
Wir werden weiterhin versuchen, Medikamente, Werkzeuge usw. (siehe Sammelliste in der Pressemappe) zu beschaffen, um vielleicht schon innerhalb 1995 einen zweiten Container abschicken zu können.
Wichtig wäre auch eine Verbesserung unserer finanziellen Situation, einerseits durch mehr Mitglieder und Spenden, andererseits durch verschiedene Veranstaltungen. Eine gute Idee wäre auch der Verkauf eines Foto-Monatkalenders: der dabei entstehende Werbeeffekt könnte auch zur Erhöhung unseres Bekanntheitsgrades beitragen.
Auf ein Jahresprojekt haben wir uns noch nicht festgelegt, obwohl mehrere wichtige Projekte in Angriff zu nehmen wären: Dr. Bationo plant für die nächsten Jahre eine Ausweitung seiner Tätigkeit in eine Nebenprovinz im Süden Labas, die - abgesehen von einer kleinen Schule - noch ohne jede Infrastruktur auskommen muß. Vom Dorf Benega aus möchte er sein neues Programm in Angriff nehmen.
In Zukunft wird es in dieser Gegend folgende Strukturen brauchen:
1 Brunnen: ca. 100 000,-ATS
1 Zisterne: ca. 33 000,-ATS
1 Staudamm: ca. 100 000,-ATS
27 km Pistenstraße mit 2 Brücken zur Erschließung: ca. 140 000,-ATS
1 Krankenhauskomplex, bestehend aus 3 Teilen zu insgesamt ca. 318 000,-ATS,
1 Krankenstation aus Zement mit 8 Räumen: ca. 210 000,-ATS
10 Zimmer zur stationären Aufnahme aus Lehm:ca. 33 000,-ATS
5 kleine Häuser fürs Personal aus Lehm: ca. 75 000,-ATS
Ergibt insgesamt: ca. 691 000,-ATS
Die Finanzierung eines anderen Projektes ist noch nicht gelöst: im Rahmen der Wiederaufforstungsaktion werden für weitere 11 Baumschulen noch 2200 Laufmeter Maschendrahtgeflecht mit Zubehör (Pfosten, Spanner etc.) gebraucht; auf einen Serienbrief hin bekamen wir leider nur ein Angebot von über 200.000 ATS. Aus diesem Grund wird sich Dr. Bationo in Burkina Faso nach günstigeren Angeboten umsehen. Glücklicherweise sind die dazugehörigen Bäume billiger:
40 Bäume (Frucht) a 7 ATS x 11 = 3080
30 Bäume (Schatten) a 4 ATS x 11 = 1320
Alle angeführten Preise stammen vom Dezember`94 und wurden von mir vom westafrikanischen CFA über französischen Franc und Lire in Schilling umgerechnet; nach dem letzten und immer noch munter weitergehenden freien Fall der Lire müssen oben angegebene Kosten als eher ungenaue Richtpreise angesehen werden.
Es ist uns natürlich klar, daß wir all diese Projekte niemals alleine finanzieren können, aber vielleicht finden sich Vereine, die Interesse daran hätten, sich mittels einer Spende - wie es schon geschehen ist - auch für Entwicklungshilfe zu engagieren.
Weiters werden wir unsere Kontakte ausbauen bzw. intensivieren. Mehrere größere Vorträge sind schon geplant; der nächste wird am 24.04.`95 im Treffpunkt Klinikpersonal stattfinden (vermittelt durch Frau Gaby Schießling), weitere an der Uni Innsbruck und bei ZONTA Bozen und Brixen (vermittelt durch Frau Barbara Tramposch); sicherlich werden das nicht die einzigen bleiben.
Auch 2 Feste sind schon geplant; eines voraussichtlich am 28. oder 29.04.`95 im Schloß Büchsenhausen und das zweite Ende des Sommersemesters im „Jimmy’s“.
Ein besonderes Augenmerk werden wir darauf legen, qualifizierte Fachleute davon zu überzeugen, wie wichtig und erwünscht ihr Einsatz direkt vor Ort wäre. Besonders gebraucht würden im Moment vor allem Leute, die im Sanitätsbereich tätig sind, wie Ärzte (wenn möglich mit Praxiserfahrung), MTA’s, Krankenpfleger, aber auch Handwerker usw.
Es ist schade, daß aus Zeitmangel viele gute Ideen nicht in die Tat umgesetzt werden können; aber vielleicht kann sich das in nächster Zeit durch neue Mitglieder ändern; es wäre sehr wünschenswert.
Wir alle müssen für eine Welt kämpfen, in der das Glück der einen nicht vom Elend der anderen abhängt. Frieden ist nur in einer Welt möglich, in der die Bedingung der Entwicklung jeder einzelnen Nation die Entwicklung von allen Nationen ist.
(Ngugi Thiong`o, „Der Fluß dazwischen)
Liebe Grüße und vielen Dank für Eure Hilfe.
Auch all jenen, die in diesem kurzen Bericht nicht namentlich erwähnt werden konnten
für den Vorstand
der Präsident der Schriftführerstellvertreter
Alexander Ober Peter Mayer